Leistungsverzeichnis erstellen

Was sind Leistungsverzeichnisse und wie werden sie erstellt und aufgebaut?

leistungsverzeichnis beispiel

Was ist ein Leistungsverzeichnis?

Leistungsverzeichnisse erstellen ist eine der Hauptaufgaben von ArchitektInnen in der Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe. Das LV (Abkürzung für Leistungsverzeichnis) dient als Grundlage für die Kalkulation und Preisfindung für Auftragnehmer, die später die geplanten Leistungen in Realität umsetzen sollen. 

Leistungsverzeichnisse sind ein fixer Bestandteil von Bauprojekten und weit verbreitet. Sie helfen allen am Bau Beteiligten zu verstehen, was genau geplant und erwartet wird. Dies verbessert das Verständnis über die geplanten Bauleistungen unter allen Vertragspartnern. 

Ein gutes Leistungsverzeichnis zu erstellen, ist nicht einfach. Bauunternehmen müssen klipp und klar verstehen, welche Teilleistungen von ihnen erwartet werden, um ein gutes Angebot abzugeben. Je besser die einzelnen Leistungen beschrieben sind, desto einfacher ist es für potenzielle Auftragnehmer Preise dafür zu schätzen. Die detaillierte Auflistung der Leistungen, die an alle potenziellen Gewerke in der gleichen Art und Weise verschickt wird, stellt sicher, dass alle Auftragnehmer dieselbe Möglichkeit bekommen ein Angebot abzugeben und ermöglicht einen transparenten Vergleich der eingereichten Angebote.

Wie ist ein Leistungsverzeichnis aufgebaut?

Leistungsverzeichnisse werden nach Gewerken bzw. auch Vergabeeinheiten erstellt. Sprich alle Arbeitsschritte bzw. Teilleistungen werden pro Gewerk aufgelistet, ausgearbeitet und beschrieben. Dazu wird der geplante Umfang einer Leistung und auch die notwendigen Mengenangaben möglichst detailliert notiert. Die zu erwartenden Arbeitsschritte werden gruppiert und in mehreren Hierarchieebenen gelistet.

Für die Hierarchieebenen gibt es unterschiedliche Begriffe, weit verbreitet ist die Aufteilung in Bereiche, Abschnitte und Positionen. Abgesehen davon wie die Hierarchieebenen benannt sind, werden ihnen Ordnungs- & Positionsnummern zugeteilt, um einen besseren Überblick und Struktur zu schaffen.

Leistungsverzeichnisse werden tabellarisch aufgebaut und bestehen (wie in der Tabelle zu sehen) aus folgenden Punkten:

  • Positionsnummer (hilft der Orientierung, erschafft einen Überblick)
  • Text (meistens in Kurz- und Langtext geteilt, um die Leistungen möglichst gut zu beschreiben)
  • Mengeneinheit
  • Einheitspreis (auch als EP abgekürzt)
  • Gesamtpreis (auch als GP abgekürzt, ergibt sich aus der Multiplikation von Menge und Einheitspreis)

Das Einhalten der Hierarchie und das Wiederverwenden derselben Grundstruktur ist zwar nicht verpflichtend, muss allerdings eingehalten werden, wenn das Leistungsverzeichnis als Angebotsanfragedatei verschickt werden soll. Um das Austauschen / Verschicken von LVs, aber auch anderen Dateien während eines Bauprojektes einfacher zu machen werden dafür sogenannte GAEB-Dateien verwenden. Unter anderem ermöglichen GAEB-Dateien allen Beteiligten einen elektronischen Austausch von Informationen und Daten. Wird ein LV als GAEB versendet, kann es in fast allen aktuellen Bau-Kalkulationsprogrammen wieder geöffnet und weiterverarbeitet werden.

Positionen im Leistungsverzeichnis

Im Leistungsverzeichnis werden die einzelnen Positionen genau beschrieben. Zum Zeitpunkt der Erstellung des LVs ist die Ausführung der einzelnen Leistungen noch nicht 100% fix. Unternehmen haben die Möglichkeit, die angefragten Leistungen zu kommentieren und ArchitektInnen können auch nur eventuell gebrauchte Leistungen aufschreiben und dafür Preisangebote einholen. Um diese Flexibilität zu ermöglichen, gibt es eine Reihe von unterschiedlicher Möglichkeiten, Positionen zu benennen.

Leistungs-, Normal- oder Ausführungspositionen

Die Leistungs-, Normal- oder Ausführungsposition beschreiben Leistungen, die in jedem Fall gebaut werden sollen. Wenn nicht anders ausgewiesen, bzw. speziell vermerkt, handelt es sich bei einer Position grundsätzlich immer um eine Normalposition.

Zulagepositionen

Zulagepositionen stellen eine spezifische Variante der Normalposition dar, die meist mit einem Mehraufwand verbunden ist. Mit ihr lassen sich ergänzende Bedingungen oder Härten in Bezug auf die vorhandene Normalposition darstellen. 

Grundpositionen

Grundposition beschreiben Teilleistungen, die wahrscheinlich ausgeführt werden, für die es jedoch mehrere Ausführungsmöglichkeiten (in Form von alternative Positionen) gibt.

Alternativpositionen bzw. Auch Wahlpositionen genannt

Alternativpositionen sind Positionen, die als zusätzliche Ausführungsmöglichkeiten neben der Grundpositionen angeboten wird. Vor Abschluss des Vertrages kann sich dann entweder auf die Grundposition oder die Alternativposition geeinigt werden.

Eventualpositionen

Eventualpositionen stellen Einzelleistungen dar, deren Bedarf bei der Planung noch nicht feststeht. Hierbei ist noch nicht klar, ob und in welchem Umfang die Leistung überhaupt auszuführen ist. 

Leistungsverzeichnisse erstellen in Compa

ArchitektInnen, die Leistungsverzeichnisse mit Compa erstellen, sollen sich voll und ganz auf das Fachliche konzentrieren können, sprich die Ausarbeitung und Kalkulation der Leistungen.

Mit diesem Ziel vor Augen, haben wir unsere flexible Tabelle, mit Funktionen wie Drag-and-drop von Positionen, entwickelt. Die Tabelle ist gleichzeitig eine Datenbank, die es spielend einfach macht, Positionen aus alten Projekten wiederzuverwenden. LVs können in wenigen Sekunden in allen gängigen Formaten und schönem Layout (PDF, Excel & GAEB) exportiert werden. GAEB Dateien können natürlich importiert und wiederverwendet werden.